Matratzen-ABC
Matratzen-ABC

Zu harte Lage
Bei einer zu harten Unterlage wird die Durchblutung erschwert. Dadurch dass das fehlende Einsinken der Wirbelsäure im Hüft- u. Schulterbereich fehlt, führt diese Haltung zu einer hohen Belastung der Bandscheiben und es kommt mittel- und langfristig sehr oft zu chronischen Rückenschmerzen.
Richtige Lage
Matratzen die sich ihrer Körperform anpassen sind einfach optimal, da jeder Bereich der Wirbelsäure unterstützt wird. Durch verschiedene feste Liegezonen wird zudem garantiert, dass sowohl in Rücken-, als auch in der Seitenlage der Körper ungehindert einsinken kann und die Wirbelsäure in entspannter Haltung abgestützt wird.
Zu weiche Lage
Bei einer zu weichen oder durchgelegenen Matratze sind die Folgen das Muskelverspannungen und das Durchhängen der Wirbelsäure zu einer unnatürlichen Quetschung der Bandscheibe führt.
Matratzenkunde Konstruktionen Schaumstoff-Matratze
Beschreibung
Diese Matratzen sind in der Handhabung sehr angenehm, weil sie leicht und gut zu verformen sind. Sie werden aus synthetischen Schaumstoffen, überwiegend aus PUR-Weichschäumen, oder aus Latexschaumgummi gefertigt.
PUR-Weichschaumstoffe
Basis: Polyadditionsprodukt aus Isocyanaten und Polyether-Polyolen, das - durch PUR-Treibmittel, Katalysatoren und Stabilisatoren vernetzt - zu einer breiten Palette offenzelliger, aber unterschiedlicher Schaumstoffprodukte reagiert. Unterschieden werden:
Standard Polyether-Weichschaumstoff
Polyether gehört zu den offenzelligen Schaumstoffen, sie sind luftdurchlässig, formbeständig und elastisch. Im Verhältnis zu anderen Füllstoffen besitzen sie ein sehr gutes Temperaturverhalten und ein gutes Wärmeisolationsvermögen.
Kaltschaum
Der Kaltschaum ist unter den Schaumstoffen das beste und wertvollste Material. Er ist mit dem natürlichen Latexschaum zu vergleichen und wird meist im Blockschaumverfahren eingesetzt. Es handelt sich um einen Polyetherschaumstoff, der im Gegensatz zum Standardschaumstoff als sogenannter HR-Schaumstoff (HR= High Resilent = hochelastisch) bei veränderter Rezeptur eine Reihe von Vorteilen aufweist: Unregelmäßige, grobe Porenstruktur, offenzellig, daher hohe Luftdurchlässigkeit bzw. atmungsaktiv und damit Grundvoraussetzung für ein angenehmes Sitz- und Schlafklima, hohe Elastizität; bei geschmeidigem Griff wird ein hochelastischer Polsterkomfort erreicht.
Unter toxikologischen Gesichtspunkten sind nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse PUR-Schaumstoffe physiologisch unbedenklich. Nach dem Abfallgesetz gibt es keine besonderen Anforderungen an die Entsorgung, die sowohl auf Hausmülldeponien als auch in modernen Hausmüll-Verbrennungsanlagen möglich ist.
Wichtig für die Beurteilung einer Schaumstoff-Matratze ist ihr Raumgewicht (RG). Je höher das RG bei gleicher Härte, desto bessere Gebrauchseigenschaften können erwartet werden. Mit Polyether gefertigte Matratzen sind punkt- und sprungelastisch und sorgen für eine gute Körperabstützung. Die Gebrauchseigenschaften sowie festgelegte und regulierbare Werte (Abmessungen, Raumgewicht, Rohdichte, Härtegrade, Druckverformung etc.) sind in den Güte- und Prüfnormen gem. RAL 441 festgelegt.
Federkern-Matratzen
Beschreibung
* Oberbegriff für eine Matratzenart, die im Inneren aus einem geordneten System meist feuerverzinkter Stahlfedern besteht, welche durch ein Geflecht miteinander verbunden sind und sich einzeln und unabhängig voneinander bewegen können. Umgeben wird der Federkern von einem Feinpolster aus Wolle, Baumwolle, Seide oder Schaumstoffmaterial. Federkern-Matratzen werden aufgrund differenzierter Anforderungen für verschiedenste Einsatzzwecke gefertigt. Der Aufbau ist vielschichtig und unterschiedlich. Zwischen dem gängigen Bonell-Federkern und dem komfortableren Taschenfederkern gibt es erhebliche Unterschiede.
Bonell ®-Federkern (Taillenfederkern):
Dieser Federkern wird maschinell aus einer Vielzahl von Taillenfedern gefertigt, die am oberen und unteren Federring durch Spiralfederzüge miteinander verbunden sind. Oberer und unterer Rahmen werden durch einen Bandstahl- oder Stahldrahtrahmen gebildet, der im Gegensatz zum Zylinderfederkern eine geringere Anzahl Federn mit einem größeren Kopfdurchmesser besitzt. Die dadurch entstehenden großen Zwischenräume werden mit einem festen Polsterträger überbrückt, wodurch sich weniger Berührungspunkte von Feder zu Feder ergeben. Bei dieser Matratzenart zeigt sich bei geringer Belastung ein weicher, bei stärkerer Belastung ein härterer Federungseffekt.
Taschenfederkern:
Bei dieser Federkernart werden einzelne Zylinderfedern in kleine Säckchen aus Nessel eingenäht und an ihren Berührungspunkten miteinander verbunden, wodurch auch leiseste Geräusche vermieden werden. Bei der freien Federung lassen sich extrem weiche, anschmiegbare Polsterungen fertigen. Diese Matratzenart passt sich der individuellen Körperform an und ermöglicht durch punktelastische Federung, bei der jede einzelne Feder zusammengedrückt werden kann, ohne dass die Nachbarfeder mitschwingt, einen hohen Schlafkomfort.
Umgeben wird der Federkern von einem Feinpolster aus ausgewählten Polstermaterialien, wie z.B. Wolle, Baumwolle, Seide, Rosshaar und/oder Schaumstoffmaterial Den äußeren Abschluss bildet der Matratzendrell. Der konstruktive Aufwand dieser hochwertigen Matratzenart dient der elastischen bzw. punktelastischen Körperabstützung, um die hohen Belastungen beim Schlaf aufzufangen. Aus der Erkenntnis, dass hinsichtlich der Körperunterstützung eine Matratze nur optimale Werte erreichen kann, wenn sie auf das individuelle Körpergewicht des Benutzers abgestimmt ist, werden diese Matratzen in verschiedenen Gewichtsklassen angeboten.
Tonnentaschen-Federkern:
Federkernsystem, bei dem die einzelnen textilen Taschen mittig miteinander verbunden sind. Dies wird meist durch eine Verklebung erreicht. Im Unterschied zum Zylinderfederkern haben die einzelnen Federn dieses Systems oben und unten einen geringeren Durchmesser als in der Mitte. Diese Komfortmatratze ermöglicht eine optimale Anpassungsfähigkeit durch punktuelle Körperunterstützung mit unterschiedlich auf den Körper abgestimmten Liegezonen (5 bzw. 7). Die Vernestung der Kerne mit einer höheren Anzahl einzeln reagierender Tonnenfedern dämpft das Nachschwingen und erhöht die Formstabilität der Matratze. Die hohe Atmungsaktivität sorgt für einen sehr guten Feuchtigkeitstransport. Die Komfortausführung mit einer flexiblen Stiftlochlatex-Abdeckung gewährleistet eine besonders gute orthopädische Körperabstützung.
Latex
Aus dem Milchsaft der kautschukliefernden Pflanzen gewonnener Rohstoff, woraus durch Gerinnen der feste Rohkautschuk entsteht, der unter Zusatz von Schwefel, Alterungsschutzmitteln, Seifenlösung und Füllstoffen in Stahlformen zu Schaumgummi aufgeschäumt und vulkanisiert wird. Künstlicher (synthetischer) Kautschuk wird in verschiedenen Verfahren hergestellt; heute vorwiegend aus der Grundsubstanz Butadien. Im Gegensatz zu Naturlatex gibt es hier keine Qualitätsschwankungen.
Latex-Schaumgummi ist hochelastisch und formbeständig, wodurch er immer wieder das ursprüngliche Volumen annimmt. Er ist weich, hygienisch und staubfrei. Durch die Lichtempfindlichkeit muss dieses Material allerdings vor UV-Strahlen geschützt werden, da es sonst schnell altert. Deshalb müssen Matratzen aus Latex-Schaumgummi gut mit Watte oder Nessel abgedeckt werden. Im Gegensatz zu Schaumstoff, das nach Raumgewicht beurteilt wird, wird Schaumgummi nach Härtegraden von weich bis sehr hart (HG 1 bis 3) bewertet.
Einsinktiefe
Beschreibung
Eine ideale Körperlage wird durch die richtige punktuelle Abstützung des Körpers erreicht. Schwere Körperpartien, wie Schulter, Lendenbereich und Oberschenkel, sollten tiefer in die Matratze einsinken als der restliche Körper. Das ist sowohl bei guten Schaumstoffmatratzen wie auch bei Matratzen mit Federkern möglich.
Körpergewicht und Körpergröße beeinflussen die Einsinktiefe, deshalb werden viele Matratzen in verschiedenen Härtegraden angeboten.
Matratzenkunde Sonstiges
Beschreibung
Das Prüf- und Zertifizierungssystem des »Öko-Tex Standards 100« schließt gesund-heitsgefährdende Substanzen nachhaltig aus der textilen Kette aus, reglementiert zahlreiche gesundheitsbedenklichen Chemikalien und beinhaltet zusätzlich Prüfparameter, die aus Gründen der Vorsorge mit aufgenommen wurden. Die gesundheitliche Sicherheit von Textilprodukten ist besonders im Heimtextilbereich von großer Bedeutung, da sich zahlreiche Artikel durch eine lange Lebensdauer bei seltenen Pflegeintervallen und durch beachtliche Mengen in der nächsten Wohnumgebung auszeichnen. Grundsätzlich gilt:
Je intensiver der Hautkontakt eines Textils ist, desto strengere Anforderungen müssen erfüllt werden.
Aufgrund ihres hautfernen Gebrauchs gehören Matratzen zur Öko-Tex Produktklasse IV für Ausstattungsmaterialien. Ein Zertifikat wird nur vergeben, wenn sämtliche Bestandteile inklusive Zubehör die geforderten Prüfkriterien erfüllen. Zusätzlich zu den Laborprüfungen durchlaufen Matratzen und andere großvolumige Produkte sensorische Geruchsprüfungen sowie eine Emissionsmessung, um sicher zu stellen, dass keine schädlichen Substanzen entweichen bzw. sich mit anderen emittierten Verbindungen mischen.
Erfolgreich überprüfte und mit dem Öko-Tex Label ausgezeichnete Matratzen wurden u. a. auf krebserregende und allergisierende Farbstoffe, verbotene AZO-Farbmittel und Pestizidrückstände getestet. Strenge Grenzwerte gelten darüber hinaus für Formaldehyd, extrahierbare Schwermetalle, chlorierte Phenole und Toluole sowie zinnorganische Verbindungen. Schließlich müssen die Textilien gewisse Farbechtheiten einhalten und einen hautfreundlichen pH-Wert aufweisen.
Oeko-Tex Standard 100
Lattenrost
Beschreibung
Federnder Bettrahmen, der zusätzlich zum Federungskomfort der Matratze beiträgt. Verwendet werden meist Federholzleisten, die mit flexiblen Materialien am Rahmen befestigt sind. Zur Auswahl stehen zahlreiche Varianten, zum Teil mit Mittelzonenverstärkung, Mittelgurt, mechanisch verstellbar oder Ausführungen mit Elektromotor, der den Rahmen stufenlos in jede gewünschte Liege- oder Sitzposition bringt. Federholzrahmen, Unterfederung, Schlaf und Bett.